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Malteser Aschaffenburg

20 Jahre Malteser-Hospizdienst in Stadt und Landkreis Aschaffenburg

19.08.2014

Liebevolle Nähe an der Lebensgrenze

Mit einem festlichen Dankgottesdienst am Sonntag, 3. 08. 2014 feierten die Malteser in Stadt und Landkreis Aschaffenburg 20 Jahre Hospizdienst – eine ehrenamtliche Aufgabe zur Begleitung sterbender Menschen und ihrer trauernden Angehörigen.

In der vollbesetzten Sailaufer St. Vitus-Kirche wiesen die Malteser auf die zunehmende Bedeutung der Hospizarbeit hin.
 
In einer Gesellschaft, in der Leiden, Sterben und Tod immer weiter ins Abseits gedrängt würden, gewinne die Begleitung sterbender Menschen an unschätzbarem Wert: Einfach da sein, mittragen, gemeinsam schweigen und aushalten, dies alles könne den Menschen an der Lebensgrenze ihre Angst vor dem Alleinsein in ihren letzten Tagen und Stunden nehmen.
Das betonten Pfarrer Uwe Schüller, Diözesanoberin Martina Mirus aus Würzburg und vier HospizarbeiterInnen: Im Jahre 1994, als der erste Kurs zur Hospizarbeit begann, habe man noch vor einer Zerreißprobe gestanden, berichtete Frau Mirius: Die Malteser, die in ihrem Rettungsdienst sich für den Erhalt des Lebens einsetzen, sollten nun Tod und Sterben zulassen? Das sei jedoch nur ein scheinbarer Widerspruch gewesen, wie sich schnell herausstellte, denn der Bedarf an menschlicher Zuwendung in der Zeit des Abschieds sei groß. Sie plädierte für eine neue Abschiedskultur und mehr Öffentlichkeitsarbeit, um Tod und Trauer nicht zu verschweigen. Sie seien kein „Störfall des Lebens“, sondern gehörten zum Leben dazu.
 
Sie dankte allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz, den Pflegeheimen und Sozialstationen, die die Umsetzung des Hospizdienstes ermöglichen für ihre Zusammenarbeit, den Angehörigen der Sterbenden für ihre Offenheit und auch den Familien der HospitzhelferInnen für ihre Unterstützung.

Dass die Hospitzarbeit keineswegs in die Depression führe, erzählten vier ehrenamtliche Mitarbeiter – drei Frauen und ein Mann – in bewegenden Erfahrungsberichten. Die Begegnungen mit Sterbenden hätten eine große Intensität. Es komme zu tiefgründigen Gesprächen und lenke den Blick über das Leben hinaus. „Ich empfinde es als eine große Bereicherung für mein Leben. Mein Leben wird durch diesen Dienst am Menschen weit, es gewinnt an Tiefe: einlassen, loslassen, sein lassen. Erkennen, dass der Tod das Tor zur Unendlichkeit bei Gott ist“, sagte eine der Vortragenden. So wurden die Berichte zugleich zu eindrucksvollen Glaubenszeugnissen unter dem Zeichen des (Malteser-) Kreuzes. Alle lobten die qualitative hochwertige Ausbildung, den sie durch den Malteserverband erhalten haben.
 
Pfarrer Uwe Schüller nahm Bezug auf das Evangelium von der Speisung der Fünftausend (Matthäus 14,13-21). In dieser Geschichte gehe es nicht allein um die Stillung des Hungers für den Körper, sondern auch für die Seele - um Zuwendung zu den Menschen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“, fordert Jesus die Jünger auf und meine damit auch uns heute. Wo wir Anderen Zeit schenken, werden wir selbst reicher und werden selbst zu Beschenkten. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Ja er stirbt sogar vom Brot allein“, zitierte er Dorothe Sölle. Der Pfarrer wünschte den Maltesern viel Kraft und Gottes Segen für ihren wertvollen Dienst.
 
Den Gottesdienst gestalteten die Malteser mit, sie sangen das Kyrie, beteten die Fürbitten und trugen eine Meditation vor. Im Chorraum hielten zwei junge Männer die rote Verbandsfahne hoch. Viele waren in ihrer grauen Uniform und mit roten Schultertüchern, bedruckt mit dem weißen Malteserkreuz erschienen. Moderne Lieder aus dem neuen Gotteslob begleitete Martin Mahlmeister an der Orgel, die Sängerlust Sailauf wirkte mit einigen schönen Liedern mit.

Christina Gripp, die Koordinatorin für die Malteser – Hospizarbeit in Stadt und Landkreis Aschaffenburg dankte ihnen allen. Besondere Erwähnung fand Frau Hannelore Bergmann aus Sailauf, selbst Hospizarbeiterin. Als Sängerin im Chor und Blumenschmückerin hatte sie den Kontakt zur Pfarrei Sailauf hergestellt.
Nach der Messfeier luden die Malteser zur Begegnung und einem Umtrunk ein. An einem Infostand konnten sich interessierte Besucher über ihre Arbeit weiter informieren und mit ihnen ins Gespräch kommen.

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