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Malteser Aschaffenburg

Psychosoziale Notfallversorgung

Bei Katastrophen und Unglücken leidet auch die Seele unter den Eindrücken und benötigt Erste Hilfe.

Nach dem plötzlichen Tod eines Angehörigen, nach Katastrophen und ähnlichem stehen die Kriseninterventionsteams der Malteser den Betroffenen und ihren Angehörigen vor Ort bei.

Zudem bieten die Malteser unter der bundesweiten Hotline (0221) 98 22 828 auch Nachsorgemaßnahmen für Einsatzkräfte an. Helfer können diese qualifizierte Unterstützung nutzen, um belastende Erfahrungen aus ihren Einsätzen zu verarbeiten.

Hilfe für Helfer und Angehörige

Dieser Dienst wird von den Aschaffenburger Maltesern und der Notfallseelsorge Aschaffenburg gemeinsam getragen.

Die Einsätze erfolgen immer kostenfrei!
Alle Mitarbeiter des Teams sind nach einheitlichen und allgemein anerkannten Kriterien ausgebildet.

Als anerkannte Experten für psychosoziale Notfallversorgung in einer kirchlichen Hilfsorganisation bieten wir eine qualifizierte und auf den Fundamenten des Christentums beruhende Betreuung und Begleitung von Menschen in akuten Krisensituationen.

Im Malteser Hilfsdienst versteht Krisenintervention ihre Tätigkeit als präventive Maßnahme zur Verringerung der Entstehung manifester Krankheitsbilder. Wir wollen eine erste Hilfestellung zur Stabilisierung und Orientierung bieten. Mit unserem christlichen Selbstverständnis und unserer Fachkompetenz sind wir in dunklen Stunden da. Damit heben wir uns bewusst von anderen säkularen Einrichtungen ab.

Außergewöhnliche belastende Ereignisse wie Unfälle, Gewalt oder Katastrophen rufen bei vielen Menschen vorübergehend starke Reaktionen und Gefühle hervor. Davon können auch Augenzeugen und vor allem Angehörige betroffen sein.

Krisenintervention arbeitet mit der Notfallseelsorge zusammen und wird über den Rettungsdienst und die Polizei alarmiert.

Der Malteser Hilfsdienst hat einen hohen Kompetenz- und Qualitätsanspruch im ehren- und hauptamtlichen Bereich. Der Mensch steht mit Leib und Seele im Mittelpunkt des Tuns. Für ihn engagieren sich die Malteser, ihn nehmen sie in seiner Not wahr und ernst. Trotz aller Bedrängnis in der Krise geben Malteser Zeugnis von der Hoffnung, die sie trägt.

Der Glaube wird deutlich durch freundliche, zuverlässige und kompetente Hilfe. Die Stärken des Malteser Hilfsdienstes liegen u.a. in der Notfallkompetenz, die sich in der Notfallvorsorge und hier im Bereich Psychosoziale Notfallversorgung wieder finden. Dies ist eine der Kernkompetenzen der Malteser. Als anerkannte Experten für psychosoziale Notfallversorgung in einer kirchlichen Hilfsorganisation bieten sie eine qualifizierte und auf den Fundamenten des Christentums beruhende Betreuung und Begleitung von Menschen in akuten Krisensituationen an. Der Malteser Hilfsdienst versteht Krisenintervention, als präventive Maßnahme zur Verringerung der Entstehung manifester Krankheitsbilder. „ Die Krisenintervention im Rettungsdienst (KIT) ist eine Struktur, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, als integraler Bestandteil des bestehenden Rettungsdienstes psychisch traumatisierte Patienten im Sinne eines Akutdienstes ambulant zu betreuen.“ (C.H. Daschner). In diesem Sinne bieten Malteser eine erste Hilfestellung zur Stabilisierung und Orientierung. Mit ihrem christlichen Selbstverständnis und ihrer Fachkompetenz sind sie in Krisensituationen präsent. Damit heben sich Malteser bewusst von anderen säkularen Einrichtungen ab.


Folgende Indikationenliste ist festgesetzt:

  • Generelle Alarmierungsgründe:

    • Tödlicher Unfall ( jeglicher Genese); dazu gehören auch Arbeitsunfälle
    • Unfall mit öffentlichen Verkehrsmitteln / Schienenfahrzeug
      Neben der Akutbetreuung von Angehörigen gehört dazu auch die Akutintervention von Fahrzeugführern öffentlicher Verkehrsmittel.
    • Kapitalverbrechen: Raub- und Banküberfälle; Mord;
    • Suizid
    • SIDS / Tod eines Kindes
    • Vermisste Person
    • Katastrophe / Massenanfall an Verletzten (Zusammenarbeit mit Katastophenschutz im Bereich Soziale Betreuung. Der Bereich PSNV hat Leitungscharakter)
    • Überlanger Rettungseinsatz (mit besonderer Belastung von Angehörigen)

  • Situative Alarmierungsgründe:

    • Laufende/Erfolglose Reanimation
    • Suizidversuch - Beinhaltet die Betreuung von Augenzeugen und Angehörigen als Akutintervention
    • Kind in Not (ohne Einschränkungen)

  • Alarmierungsausschluss:

    • Stressbelastete Einsatzkräfte
    • (Ehe)–Streitigkeiten
    • Psychische Erkrankungen
    • Drogen und Alkohol
    • Polizeiliche Aufgaben (z.B. Deeskalation)
    • „talk down“ bei Einsatz „Person droht zu springen“

Das Kriseninterventionsteam will den Betroffenen Orientierung geben und die Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse unterstützen sowie seine eigene Handlungsfähigkeit wiederherstellen.


Wie läuft eine Betreuung ab?

Besonders in der ersten Phase der Betreuung liegt der Akzent weniger auf der Gesprächsführung als in einer engagierten Präsenz des Mitarbeiters. Das Ziel der Betreuung liegt darin, dass der Betroffene seine Handlungsfähigkeit wiedergewinnt und er bei der ersten Bewältigung seiner Eindrücke und der emotionalen Stabilisierung unterstützt wird.

In den Situationen, bei denen der Bedarf einer professionellen therapeutischen Intervention absehbar wird, arbeitet das KIT eng mit psychosozialen Einrichtungen zusammen.

Die Betreuung durch einen Krisenhelfer dauert in der Regel ca. ein bis zwei Stunden. Diese Zeit ist ausreichend um in einer ersten Phase die Situation psychisch traumatisierte Menschen deutlich zu stützen.

Einsatzkräftenachsorge (Klicken zum Öffnen)

Im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung fließen bei den Maltesern alle in Rettungsdienst und Katastrophenschutz relevanten psychologisch-sozialen und religiös-ethischen Themenbereiche zusammen. Dabei liegt der Fokus auf dem einzelnen Mitarbeiter, dessen Handlungskompetenz im Alltag gesteigert und dem eine optimale Personalfürsorge vor dem Hintergrund des christlichen Selbstverständnisses der Malteser zuteil werden soll.

Das Angebot der Hilfe für Helfer dient letztendlich damit nicht nur dem einzelnen Mitarbeiter, sondern auch den von den Maltesern betreuten Patienten und Angehörigen und damit den Zielen der Gesamtorganisation. Die Psychosoziale Unterstützung und Betreuung von Einsatzkräften ist in eine Gesamtkonzeption der Malteser zum Themenkomplex Psychosoziale Notfallversorgung eingebunden. Durch dieses Angebot möchten die Malteser eine erweiterte Psychosoziale Unterstützung für ihre Mitarbeiter sicherstellen.

Die Unterstützung und Betreuung von Einsatzkräften folgt den Leitlinien der Prävention. In Abgrenzung zu therapeutischem Handeln steht das Erkennen und Verhindern typischer tätigkeitsbezogener Krankheiten und Risikofaktoren im Vordergrund. Die Durchführung von Heilbehandlungen jeglicher Art ist nicht Gegenstand dieses Systems.

  • Prävention: Ziel ist die Senkung der Inzidenzraten körperlicher und psychischer Erkrankungen und Störungen, die tätigkeitsbedingt entstehen können. Die präventive Notfallversorgung setzt dazu auch schon bei der Verhütung von Risikofaktoren an. Der Erweiterung der Lehrinhalte in den verschiedensten fachbezogenen Aus- und Fortbildungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus unterstützen speziell geschulte Kollegen vor Ort (Soziale Ansprechpartner) die Mitarbeiter in ihrem Bemühen, Belastungen und Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Sie wirken als Impulsgeber für gesundheitsfördernde Verhaltensweisen und helfen so, mit den berufsbedingten Belastungen und Risiken verantwortungsbewusst umzugehen und damit Krankheiten vorzubeugen.

  • Begleitung:  Die Angebote der Psychosozialen Unterstützung verfolgen das Ziel, die Prävalenzrate von Krankheiten durch Früherkennung und frühzeitige Behandlungsangebote zu senken. Dabei liegt der Fokus in besonderem Maße auf der Unterstützung der Mitarbeiter während des Routinedienstes nach besonders kritischen Einsatzereignissen (Akutintervention). Das Zuführen zu therapeutischen Angeboten im Erkrankungsfall ist ein weiterer wichtiger Baustein.

  • Nachsorge: Verringert oder beseitigt werden sollen zudem mögliche Folgeschäden von Erkrankungen für die betroffenen Mitarbeiter und ihr soziales Umfeld. Auch die Rückfallprophylaxe ist ein Ziel dieses Unterstützungsangebotes. Hier sollen Maßnahmen der Rehabilitation durch das Angebot der Begleitung der Betroffenen im Alltag und im Besonderen nach belastenden Einsätzen unterstützt werden.

Die ganzheitliche Betrachtung ist dabei ebenso wichtig wie der Austausch und das Zusammenführen der Ergebnisse aus den verschiedensten wissenschaftlichen Forschungsgebieten (Interdisziplinarität). In der Umsetzung der o.g. Ziele streben die Malteser die Kommunikation und die Zusammen arbeit mit allen in diesen Tätigkeitsfeldern etablierten Organisationen und Einrichtungen an. Wenn die Malteser ihre Fachkompetenz bei der Bewältigung von Notfall- und Katastrophenlagen einbringen, so sollen vorhandene Strukturen nicht ersetzt, sondern die Effektivität in ihrer Ergänzung und durch eine Vernetzung erhöht werden. Für die Malteser ist es selbstverständlich, immer nach dem aktuellen Stand der Wissenschaften zu handeln und geltende Standards z.B. der WHO zu beachten. Ebenso gehören eine kontinuierliche Evaluation und das Streben nach einer ständigen Weiterentwicklung und Verbesserung des Systems und dessen Standards zu den Grundsätzen. Hierzu ist u.a. eine Kooperation mit dem Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) begründet. Ziel ist hier bei die Zertifizierung der Ausbildungsgrundlagen durch den BDP.



Einsatzkräftenachsorge (CISM)-Teams

Die Einsatzkräftenachsorge (CISM)-Teams der Malteser sind hauptsächlich in der Akutintervention bei Personal nach besonders belastenden Einsatzereignissen tätig. Die Arbeitsweise richtet sich nach den bereits genannten Vorgaben der International Critical Incident Stress Foundation (ICISF) in der Methode des CISM (Mitchell & Everly 1996, 2002). Die von den Teams angebotenen Maßnahmen erstrecken sich über die Beratung von Führungs- und Einsatzkräften direkt vor Ort (On-scene-Support) über diverse Einzel- und Gruppeninterventionen (One-to-One, SAFER, Demobilisation, Defusing, Debriefing) bis hin zu einer professionellen Überleitung der Betroffenen in therapeutische Behandlung (Malteser Hilfsdienst e.V., 2003). Im Rahmen der Einsatzkräftenachsorge an Dienststellen, an denen ein sozialer Ansprechpartner eingesetzt ist, sind sie zu einer engen Kooperation angehalten. Teams bestehen aus speziell geschulten Einsatzkräften aus dem Rettungsdienst, dem Katastrophenschutz oder sonstigen Einheiten, die gemäß den Richtlinien der ICISF in der Methode des CISM geschult sind (sogenannte „Peers“). Sie werden durch ebenfalls in dieser Methode trainierte psychosoziale Fachkräfte (z.B. Theologen, Psychologen, [Sozial-] Pädagogen, Ärzte) als Teamleiter unterstützt. Gemeinsam bilden sie auf diözesaner oder vergleichbarer Ebene CISM-Teams.



Soziale Ansprechpartner

Soziale Ansprechpartner in den Dienststellen handeln nach den im Konzept der Psychosozialen Unterstützung der Malteser für sie entwickelten und festgelegten Standards. Von den Sozialen Ansprechpartnern wird aber auch erwartet, eigeninitiativ in nicht standardisierten psychosozialen Problembereichen zu agieren. Sie sollen hierzu selbstständig ihre Qualifikationen erweitern bzw. mit anderen vor Ort tätigen Organisationen (z.B. Beratungsstellen) in Kontakt treten. Sie sind zu enger Kooperation mit den CISM-Teams angehalten. Die Aufgabenbereiche der Sozialen Ansprechpartner umfassen u.a.:

  • Die Initiative bzw. Organisation von Fortbildungen und Angeboten zur Vorsorge (z.B. Kurse in Stressmanagement, Rückenschule, Sport). Die Schulen und das geistliche Zentrum der Malteser sind hier Kooperationspartner.

  • Kommunikationsfördernde Maßnahmen in den Dienststellen, um die Sensibilität der Mitarbeiter für die Themenschwerpunkte der Psychosozialen Unterstützung auf den verschiedenen Ebenen zu erhöhen.

  • Das Beratungsangebot für Kollegen mit psychosozialen Schwierigkeiten, wobei der Fokus in diesem Bereich auf einer Vermittlungs- und Filterfunktion liegt.

  • Der Aufbau und die Pflege eines sogenannten „Hilfeleistungspools“, der Übersicht über alle auf dem psychosozialen Sektor tätigen Organisationen und Einrichtungen einer Region bietet (z.B. Beratungsstellen, Seelsorger, Selbsthilfegruppen, Therapeuten, Kliniken).

  • Erstgespräche für Helfer nach besonders belastenden Einsatzereignissen; bei Bedarf Sicherstellen von Maßnahmen des CISM in Zusammenarbeit mit einem CISM-Team.

Bundesweite Hotline
(24 Stunden täglich)
( 0221 98 22-828

Weitere Informationen

Ihr Ansprechpartner vor Ort:

Lothar Fiedler
Leiter PSNV / Krisenintervention Malteser Hilfsdienst e.V.
Tel. (06021) 4161-0
Fax (06021) 470 222
E-Mail senden

Online-Dienstplan

Dienstplan Notfallseelsorge/KIT:
www.kit-aschaffenburg.de

 

 

Unser Spendenkonto: Malteser Hilfsdienst e.V.  |  Pax-Bank  |  IBAN: DE21 3706 0120 1201 2223 18  |  BIC / S.W.I.F.T: GENODED1PA7